Relativ(e) Value
Während Hedgefonds ursprünglich dadurch definiert waren, dass sie Anlagerisiken mit allen verfügbaren Methoden und Mitteln reduzieren sollten, haben sie sich bis zum heutigen Tage zu einem Anlageinstrument entwickelt, bei dem die maximale Gewinnerzielung im Vordergrund steht, auch wenn diese teilweise spekulativen Charakter hat. Der Relative Value Ansatz ist einer dieser Hedgefonds Strategie Ansätze.
Für den Anleger entstehen so außergewöhnlich attraktive Gewinnchancen, die auf einer Vielzahl von Strategien basieren können und deren Bandbreite fast ausschließlich durch die Kreativität der jeweils verantwortlichen Fondsmanager begrenzt wird. Zum besseren Verständnis der jeweiligen Strategie hat sich eine Einteilung der Hedgefonds in unterschiedliche Anlage-Stile eingebürgert, die, gerade bei der ersten Betrachtung einer entsprechenden Beteiligung, Aufschluss über die zugrunde liegende Vorgehensweise des Managements gibt.
Für den interessierten Anleger ist es wichtig, sich einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden und Vorgehensweisen zu verschaffen und letztlich denjenigen Stil auszuwählen, der seinen Anforderungen entspricht.
Einer dieser Stile trägt die Bezeichnung Relative Value. Hiermit ist gesagt, dass sich die Anlage-Strategie vorrangig an so genannten Arbitrage-Geschäften orientiert. Diese nutzen den Effekt, dass verschiedene Güter an verschiedenen Märkten eine unterschiedliche Preisstruktur aufweisen können.
Ist dies der Fall, so können ein Ankauf eines Wertes am preiswerteren Markt und ein unmittelbarer Verkauf an dem Markt, der einen höheren Preis bietet, zu einem sehr schnell realisierbaren Gewinn führen. Diese Vorgehensweise setzt eine permanente Beobachtung der betreffenden Märkte und die Fähigkeit zum schnellen Handeln voraus.
Die nutzbaren Differenzen können sich dabei sowohl auf Preise, Kurse und unterschiedliche Zinsen beziehen, so dass für die Transaktion sowohl Rohstoffe, als auch Aktien und Devisen in Frage kommen. Ein Hedgefonds, der nach dem Relative Value Ansatz geführt wird, investiert beispielsweise in eine Aktie, deren Wert an einer bestimmten Börse niedriger notiert ist, als an einer anderen.
Der günstigere Wert wird nun gekauft und unmittelbar danach sofort wieder an dem Markt verkauft, dessen Wert höher liegt. Der hierbei entstehende Gewinn wird somit unmittelbar realisiert. Im Regelfall sind die preislichen Unterschiede hierbei nicht sonderlich hoch, so dass eine große Menge dieser Werte angeschafft und verkauft werden muss.
Dies bedingt einerseits einen hohen Kapitaleinsatz, wobei der Einsatz unmittelbar zurück gewonnen wird. Abgesichert ist das Geschäft vor allem durch den Effekt, dass Preisdifferenzen internationaler Märkte sich in der Regel sehr schnell evaluieren. Erfolgt die konkrete Arbitrage Anlage über Aktien, so bezeichnet man die dahinter stehende Strategie als Convertible Bond Arbitrage, während der Fixed Income Arbitrage stattdessen auf Kursunterschiede bei Anleihen abgestellt ist.
In beiden Fällen gilt, dass es sich um eine eher konservative und auf Sicherheit ausgelegte Anlageform handelt, die dennoch hohe Renditen mit sich bringt. Langzeitstudien renommierter Institute belegen deutlich, dass Relative Value Fonds im Durchschnitt Renditen im Bereich von 10 Prozent erzielen.
Damit stellt diese Art der Anlage im Rahmen von Hedgefonds eine attraktive Alternative zu anderen Anlageformen dar, selbst wenn der Anleger von einem hohen Sicherheitsbedürfnis geleitet ist. Die einzelnen Transaktionen sind überdurchschnittlich transparent, während die durch das Management investierten Beträge unmittelbar zurück gewonnen werden, so dass sie für weitere Aktivitäten verfügbar bleiben.
Entsprechende Beteiligungsprodukte können über freie Fondsvermittler bezogen werden, die eine überzeugende Auswahl entsprechender Anlagen anbieten und diese darüber hinaus ausführlich erklären und dokumentieren.