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Wie investiere ich in Hedge-Fonds? - Fonds vs. Zertifikate

Verursacht durch die hohe Liquidität und den damit einhergehenden niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten sind Anleger weltweit derzeit auf der Suche nach Alternativen zu herkömmlichen Wertpapieranlagen. Die Investorennachfrage nach Alternativen Investments und Hedge-Fonds nimmt sowohl auf institutioneller Seite als auch der Seite der Privatanleger stark zu. Doch wie soll ein Privatanleger in einen Hedge-Fonds investieren?

Auf den ersten Blick macht es für den Anleger kaum einen Unterschied, ob er über einen Fonds oder ein Zertifikat in einen Hedge-Fonds investiert.

Wir möchten Ihnen die zwei häufigsten Strukturen von Hedge-Fonds-Investments vorstellen sowie deren Vor- und Nachteile erläutern:

Fonds

Ein Fonds ist rechtlich gesehen ein Sondervermögen. Das Geld der Anleger wird durch eine Depotbank verwaltet. Der Fondsmanager kann nur die Transaktionen tätigen, welche auch im offiziellen Verkaufsprospekt des Fonds schriftlich definiert sind. Ein Fonds erstellt im Regelfall Halbjahres- und Jahresberichte, welche von externen Wirtschaftsprüfern testiert werden. Im Falle einer Insolvenz der Fondsmanagement-Gesellschaft fallen die Gelder der Anleger, die in deren Fonds investiert sind, nicht in die Konkursmasse.

Zertifikat

Ein Zertifikat ist vom Grundsatz her eine so genannte Inhaberschuldverschreibung, mit anderen Worten eine Anleihe. Charakteristisch bei Anleihen ist, dass Sie von einem Emittenten begeben werden. Der Emittent (Schuldner) verpflichtet sich dabei dem Zertifikatsinhaber (Gläubiger) am Ende der Laufzeit einen an eine Investition (hier ein Hedge-Fonds / Hedge-Fondsportfolio) gebundenen Betrag zurückzuzahlen. Das Leistungsversprechen umfasst die Rückzahlung des vom Anleger eingesetzten Kapitals abzüglich eventueller Zertifikatsgebühren in Abhängigkeit von der Entwicklung der zugrunde liegenden Investition (Hedge-Fonds / Hedge-Fondsportfolio).

Da es sich im rechtlichen Sinne bei Zertifikaten um eine Inhaberschuldverschreibung handelt, trägt der Anleger das Emittentenrisiko. Das bedeutet, im Falle der Insolvenz des Emittenten haben die Anleger keinen Anteil an dem rechtlich selbstständigen Vermögen. Der Anleger erleidet in diesem Fall einen Totalverlust, trotz des Umstands, dass die dem Zertifikat zu Grunde liegende Investition (Hedge-Fonds / Hedge-Fondsportfolio) liquidiert werden könnte. Daher ist neben dem Blick auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit vor dem Erwerb eines Zertifikats auf jeden Fall die Überprüfung der Finanzkraft der Emissionsbank notwendig. In der Praxis ist das Emittentenrisiko jedoch relativ gering, wenn Banken guter Bonität oder renommierte Finanzinstitute als Emittent berücksichtigt werden.

Vorteile des Zertifikats gegenüber einer Investition in einen Fonds

Steuereffizienz

Vor allem steuerliche Vorteile sprechen für Privatanleger bisher noch dafür, in Hedge-Fonds-Zertifikate zu investieren. Die Wertsteigerungen bei Zertifikaten gelten als Kursgewinne, die nach der bis 2008 gültigen Rechtslage nach einem Jahr Behaltedauer steuerfrei sind. Bei Dach-Hedge-Fonds müssen Zins- und Dividendenerträge dagegen versteuert werden. Ab 2009 greift für beide Anlageformen die Abgeltungssteuer, die die Besteuerung von Fonds und Zertifikate angleicht.Bei Dach-Hedge-Fonds müssen Zins- und Dividendenerträge dagegen versteuert werden.

Mehr Freiheiten

Zertifikate sind darüber hinaus rechtlich weniger stark reglementiert. Sie sind in der Wahl bzw. der Gewichtung der eingesetzten Hedge-Fonds- und Managed Futures-Strategien sowie deren Manager frei, sie dürfen Fremdkapital aufnehmen und mit Leverage arbeiten. Diese Freiheit der Manager sowohl bei der Wahl Ihrer Handelstechniken als auch bei der Verteilung auf die verschiedenen Strategierichtungen hat den Erfolg der Hedge-Fondsbranche überhaupt erst ermöglicht.

Im Gegensatz zu Dach-Hedge-Fonds müssen Hedge-Fonds-Zertifikate nicht die hohen Anforderungen an die steuerliche Transparenz erfüllen. Ein deutscher Dach-Hedge-Fonds (Dach-Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken) kann in erster Linie nur aus Zielfonds auswählen, welche ein Deutschland-konformes Steuer-Reporting anbieten, wenn sie für Privatanleger negative Pauschalbesteuerung vermeiden wollen.

Daher können bei Dach-Hedge-Fonds die besten Hedge-Fonds für viele Anleger verschlossen bleiben, denn TOP-Hedge-Fondsmanager sind selten bereit, Ihre sämtlichen Positionen offen zu legen um die steuerliche Transparenz zu gewährleisten. Damit fallen schätzungsweise 95% der besten Hedge-Fonds Manager weltweit als Anlagemöglichkeit aus, da diese es nicht nötig haben, sich deutschen Transparenzkriterien zu unterwerfen. Die verbleibenden 5% werden dann überwiegend aus Newcomern ohne große Ergebnisvergangenheit bestehen und alsbald an Ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Diese Dachfonds werden dann nur mehr in hoch liquide Strategien investieren können, die dann wiederum durch das notwendige Fondsvolumen eine hohe Marktabhängigkeit aufweisen werden, wollen sie eine Strafbesteuerung auf der Ebene des Fonds vermeiden.

Liquidität

Obwohl Anteile von Hegde-Fonds auf wöchentlicher, meist auf monatlicher Basis zurückgeben werden können, bieten manche Emittenten eine tägliche Handelbarkeit ihrer Zertifikate an.

Fazit

Hege-Fonds-Zertifikate haben ein deutlich breiteres Investitionsspektrum als ein regulierter Dach-Hedge-Fonds. Damit bieten Zertifikate deutschen Investoren aus unserer Sicht größere Ertragschancen für die verschiedenen Marktszenarien.

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