Kommt nach der Aktien-Blase die Hedge-Fonds-Blase?

Mit der Verabschiedung des Investmentmodernisierungsgesetzes am Freitag im Bundesrat ist nach Überzeugung des Bundesfinanzministeriums (BMF) die nachhaltige Förderung des Finanzplatzes Deutschland einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Bisher konnten deutsche Anleger nur über Umwege Anteile an Hedge-Fonds erwerben.

Was in der professionellen Vermögensverwaltung seit Jahren Standard ist, findet vor dem Hintergrund der weltweiten Konjunkturkrise immer öfter Einzug in private Portfolios.

Wie schon mehrfach in unserem Newsletter dargestellt, weisen Hedge-Fonds eine relativ unabhängige Ertragserzielung gegenüber anderen Anlageformen auf und stellen daher im Sinne der modernen Portfoliotheorie eine positive Ergänzung zu diesen Anlageklassen dar, da sie aufgrund der finanzmarktunabhängigen Wertentwicklung das Risiko in einem globalen Aktien- / Anleihen - Portfolio reduzieren bzw. den Ertrag erhöhen können.

Die DWS erwartet für 2004 einen Absatz von einer Milliarde Euro, Hedge-Fondsmanager sehen für das erste Jahr das Potential, insgesamt rund 10 Milliarden Euro in deutsche Hedge-Fonds locken zu können. Mancher Anleger, der die Aktienhausse von 1999/2000 und das anschließende Platzen der Blase noch vor Augen hat, fragt sich: Kommt jetzt die Hedge-Fondsblase?

Um diese Frage klären zu können, fangen wir mit der Definition der klassischen Blase an. Die klassische Blase funktioniert, indem sehr viel Geld in ein bestimmtes Marktsegment hineinfließt. Wie bei der letzten Aktienblase kauft zum Beispiel die ganze Welt Technologieaktien und die Aktienkurse werden in den Himmel getrieben. Infolge dessen klaffen die Fundamentaldaten der Unternehmen und deren Bewertungen an den Aktienmärkten wegen überzogener Erwartungen der Investoren immer weiter auseinander bis das Kartenhaus in sich zusammenfällt.

Bei Hedge-Fonds kann es aufgrund ihrer Charakteristik nicht zu einer Blase kommen. Traditionelle Anleger sind darauf angewiesen, dass die Aktien- und Rentenmärkte steigen, sie können also nur "long"-Positionen eingehen, haben also eine Strategie für nur zwei Märkte. Das größte Merkmal von Hedge-Fonds ist es Anlagen breit zu diversifizieren.

Es gibt mehr als 15 Hedge-Fonds-Strategien, und diese werden auf bis zu 150 Märkten weltweit in den Bereichen Währungen, Rohstoffe, Agrarmärkte, Aktien, Anleihen etc. ausgeführt. Das Geld wird also nie konzentriert in einem Markt angelegt. Das Gesamtvolumen von rund 700 Milliarden, das zurzeit in Hedge-Fonds investiert ist, entspricht ungefähr 4-5% aller Anlagegelder in den traditionellen Märkten. Bei der Betrachtung dieser Zahlen relativiert sich die Frage, ob es bei Hedge-Fonds zu einer Blasenbildung kommt.

Fazit: Eine klassische Blase, welche durch die Konzentration großer Investitionen in einen Markt entsteht ist aufgrund der Diversifikation über bis zu 150 Märkte und über 15 Hedge-Fonds-Strategien im Bereich der Hedge-Fonds nicht möglich.

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