Arbitrage Geschäfte - Arbitrage Geschäfte investieren an verschiedenen Märkten

Arbitrage-Geschäfte

Arbitrage-Geschäfte stellen eine interessante Form der kurzfristigen Gewinnerzielung mit einem sehr niedrigen Risiko dar. Das Grundprinzip basiert hierbei auf der wirtschaftlichen Tatsache, dass identische Produkte an verschiedenen Märkten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden können.

Die Anlagezielsetzung besteht darin, solche Produkte ausfindig zu machen, sie an demjenigen Markt einzukaufen, der aktuell eine niedrige Preisstruktur aufweist, um sie dann, möglichst simultan, an einem Markt zu veräußern, der ein höheres Preisniveau bietet. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf einer Ausrichtung, die nicht nur Risiken mindert, sondern diese nach Möglichkeit vollständig ausschließt.

Dies ist vor allem dadurch zu erreichen, dass Kauf und Verkauf mehr oder weniger gleichzeitig erfolgen. Der Anleger kennt hierbei die aktuelle Preisdifferenz und verfügt bei Ankauf bereits über eine gesicherte Verkaufsoption. So ist das gesamte Geschäft klar kalkulierbar und kommt darüber hinaus mit einem geringen Einsatz von Fremdkapital aus, da sich Anschaffung und Veräußerung annähernd überschneiden.

Die Bandbreite der Produkte mit Arbitrage-Chancen umfasst dabei sowohl Wertpapiere, als auch Rohstoffe und nicht zuletzt Devisen. Während die modernen Märkte aufgrund einer sehr schnellen Kommunikation dazu neigen, abweichende Preise zeitnah zu evaluieren, versucht der Arbitrageur seinen Gewinn auch aus kleinen Kursabweichungen zu erzielen, indem er große Mengen des jeweiligen Produktes ein- und wieder verkauft.

Hierbei kann es infolge dessen erforderlich sein, einen hohen Betrag zu investieren, der jedoch keinen sonderlichen Risiken ausgesetzt ist. Sollte eine Kurserwartung nicht eintreten, da die Kursanpassung bereits stattgefunden hat, bevor der Verkauf erfolgen konnte, so schützt eben dieser Effekt den Anleger vor Verlusten. Es ist nämlich nicht zu erwarten, dass der erzielbare Verkaufserlös stark von dem Einkaufspreis abweicht, da auch hier die Evaluierung zeitnah einsetzt.

Arbitrage-Geschäfte können sowohl auf unterschiedlichen Kursnotierungen, teilweise durch Währungsunterschiede ausgelöst, basieren, als auch auf anderen Aspekten des internationalen Handels. Man unterscheidet hierzu grundsätzlich zwischen vier Arten von Arbitrage:

Der umfassendste Bereich ist herbei der ökonomische Arbitrage. Dieser geht davon aus, dass regionale Abweichungen zur Gewinngenerierung nutzbar sind, wenn es beispielsweise um die Kosten für bestimmte Arbeitsleistungen oder die Gebühren der Kapitalbeschaffung geht.

Produktionsprozesse, die unter diesem Aspekt in andere, lohnniedrige Länder verlagert werden und deren Ergebnisse anschließend in Ländern verkauft werden, in denen die erforderliche Arbeit mit höheren Kosten verbunden ist zählen hierzu ebenso, wie die Kapitalbeschaffung in Regionen mit niedrigen Zinsen, mit dem Ziel, die geliehenen Beträge an einem anderen Ort mit einer Rendite anzulegen, welche das Zinsniveau im Ursprungsland überschreitet.

Weiterhin wird zwischen dem kulturellen, dem statistischen und dem geografischen Arbitrage differenziert. Im kulturellen Bereich werden vor allem Effekte genutzt, die sich aus den Lebensgewohnheiten in bestimmten Ländern oder Regionen ergeben.

Dies können zum Beispiel die Preise für bestimmte Lebensmittel oder andere Produkte sein, die ortsüblich niedriger sind, als an einem anderen Ort. Der statistische Arbitrage beobachtet die Preisentwicklung bestimmter Güter über eine lange Zeitspanne. Kommt es an einem bestimmten Markt dann aus beliebigen Gründen zu einer Abweichung, kann mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich dieser Unterschied innerhalb von kurzer Zeit wieder ausgleichen wird.

Genau in diesem Zwischenzeitraum setzt dann die Aktivität des Arbitrageurs ein. Im Falle des geografischen Arbitrage geht es schließlich um die sorgfältige und permanente Beobachtung internationaler Märkte, mit dem Ziel, kurzfristige Kurseinbrüche gewinnbringend zu nutzen.